Am zweiten Aprilwochenende stand auch für uns von Identitas mal wieder eine kleine Reise auf dem Plan. Ziel war das Deutschladtreffen der Identitären Bewegung Deutschland im Raum Fulda. Nach längerer Selbsttäuschung und vergeudeten Potenzial haben auch viele Anhänger der IBD eine realistischere und selbstkritische Haltung zu dem bisherigen Vorgehen ihrer Bewegung eingenommen und eine Neustrukturierung eingeleitet. Zur Umsetzung fanden nun über 80 Identitäre und einige Gäste zu diesem gut durchorganisierten Treffen zusammen.
Natürlich ist es nicht zu vermeiden, dass eine politische Gruppe, die quasi aus dem Nichts innerhalb weniger Wochen entstanden ist, gewisse Startschwierigkeiten hat und Fehler macht. Ich schließe uns als Identitas-Gemeinschaft bei dieser Erkenntnis sehr wohl mit ein. Dennoch war es in Fulda nicht zu übersehen, dass sich eine gesunde und vielversprechende Struktur gebildet hat, die mit dem frischen Wind, der schon bei den Redebeiträgen deutlich zu spüren war, endlich zu einer wirklichen Bewegung werden kann.
IBD mit neuer Leitung
Wir trafen bei bestem Wetter als Erste am Veranstaltungsort ein und konnten, versorgt mit kalten Getränken, zusehen, wie sich die Räumlichkeiten immer weiter füllten. Schnell fanden wir uns in einem redseligen Miteinander von Identitären aus allen Ecken Deutschlands wieder. Schließlich wurden die vielen durcheinander stehenden Gesprächsgrüppchen zusammengerufen und nach dem Verstummen des allgemeinen Geplauders begann einer der Veranstalter mit seiner Begrüßung der Mitglieder der IBD und der Gäste von der German Defense League (GDL) und Pax Europa.
Bei dem ersten längeren Redebeitrag stellte sich Nils Altmieks als neuer Leiter der Identitären in Deutschland vor. Er schilderte die allgemeine Lage der IBD sehr treffend und bemerkte, dass der Einsatz für Deutschland und Europa nicht ohne eine gewisse Opferbereitschaft möglich sei. Da es den Identitären in der Vergangenheit an einer nötigen Ernsthaftigkeit fehlte, setzte der neue Leiter hier wichtige Impulse in die richtige Richtung. Auch unprofessionelles Auftreten, schlecht organisierter Aktivismus und mangelnde Interessentenbetreuung sollen mit der Neustrukturierung beseitigt werden. In der neuen IBD stehen Regionalleiter den Aktivisten in ihrer Region zu Verfügung. Diese werden die IBD in den einzelnen Regionen koordinieren. So wird für Schleswig-Holstein beispielsweise Identitas die Regionalleitung übernehmen. Ebenso wird es für gewisse Bereiche, wie z.B. Mediengestaltung und Organisation von Sportveranstaltungen, eigene Sektionen und Kompetenzteams geben.
Die folgenden Vorträge befassten sich mit dem Themen der Internetsicherheit, der weltanschaulichen Grundsätze und der Geschichte der IBD bis zu den Ideengebern aus Frankreich. Alle drei Vorträge waren sehr informativ ausgearbeitet und gut vorgetragen. Der Beitrag über die weltanschaulichen Grundsätze war für mich wohl der wichtigste. Gerade die Grundsätze der Bewegung sind sehr oft auch von Aktivisten noch nicht ausreichend verinnerlicht. In der Vergangenheit hat dies öfter zu unvorteilhaften Anwandlungen in Richtung der liberalen Islamkritiker oder der alten Rechten geführt. Gerade hier besteht vielleicht noch ein Bedarf an Material und Organisation für die Schulung neuer Mitglieder. Dem Redner aus Berlin gelang es erfreulicherweise sehr gut, die wichtigsten Informationen in einem für diese Thematik recht kurzen Redebeitrag zu besprechen. Die Zeit für weitere Ausführung war im Rahmen des Treffens auch nicht gegeben.
Deutschland als gemeinsamer Nenner
Auch die Gäste von Pax Europa und der GDL bekamen die Möglichkeit, vor den Identitären zu Sprechen. Hierbei fiel besonders die GDL mit universalistischen Ansichten auf. Natürlich ist die Zusammenarbeit unter Patrioten in Deutschland ein wichtiger Punkt und ich möchte klarstellen, dass ich es begrüße, dass ein Austausch zwischen beiden Organisationen besteht. Die IBD hat auch gerade die Funktion Brücken zwischen den verschiedensten patriotischen Lagern zu schlagen und eine Basis für ein gemeinsames Wirken zu bilden. Unser Kampf gegen den Liberalismus ist dabei allerdings eine nicht verhandelbare Überzeugung, so unverhandelbar und grundsätzlich, wie das Zugeständnis des Rechts auf Selbstbestimmung an islamische Länder und eine Absage an die westlich-amerikanische Welthegemonie und den Multikulturalismus, egal ob es um islamische oder nicht-islamische Einwanderer geht. Bei einer Zusammenarbeit darf also nicht vergessen werden, dass unsere weltanschaulichen Positionen weit auseinandergehen und uns nur ein starker gemeinsamer Nenner eint, nämlich die Liebe zu Deutschland.
Abendprogramm bei Lagerfeuer
Nach dem Ende des offizellen Teils des Deutschlandtreffens wurde das Abendprogramm auf einen Zeltplatz verlegt. Bei Boxkämpfen, Grillwürstchen und Bier, Lagerfeuer, Musik aus Lautsprechern oder von Gitarre und Liederbuch wurde die Zusammenkunft dann noch einmal gebührlich gefeiert. Der ausgiebige Abend konnte jedoch die letzten verbliebenen Teilnehmer am nächsten Morgen auch nach kurzem Schlaf nicht vom Frühsport in Form eines kleinen Trainings für Demonstrationen oder Konfrontation mit der Antifa abhalten. Schlussedlich bin ich mit einem ganz neuen Bild von der IBD, Eindrücken von einer gelungenen Veranstalltung und einem fröhlichen Abend und für mich recht anstrengenden Morgen – ich gehörte zu denen, die den Abend etwas bierlastiger zelebriert haben – wieder vom Deutschlandtreffen zurückgekehrt.